Predigt von Pater Mentele anläßlich der Sonntagsmesse Laetare 2018

 

2 Chr 36, 14-16.19-23; Eph 2,4-10; Joh 3,14-21

 

Thema: Gott liebt diese Welt

 

Liebe Gemeinde, liebe Mitchristen!

Die sonntägliche Messfeier, zu der wir wieder versammelt sind, ist eine dreifache Begegnung mit unserem Gott:

Begegnung mit ihm in seinem Wort, im Sakrament der Eucharistie und als um ihn versammelte Gemeinde. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt, 18, 20). Als Christen leben wir aus diesen drei Begegnungsmöglichkeiten. Und die gemeinsame Feier des Sonntagsgottesdienstes soll in uns den Glauben daran festigen und vertiefen. Die Worte der Heiligen Schrift sind als Worte des lebendigen Gottes zwar zeitlos, aber wir müssen sie beim Lesen oder Hören als heute zu uns Gesagte betrachten, damit wir das zeitlos Gültige darin für uns erkennen und unser Leben danach ausrichten. Denn unser Leben verläuft heute fraglos anders als zu der Zeit als die Bibel entstanden ist.

 

Untreue des ganzen Volkes

Die Chronikbücher bilden den Abschluss der jüdischen Bibel. Und es ist ein positiver, versöhnlicher Abschluss nach all dem, was sich zwischen dem Auszug aus der Sklaverei Ägyptens und der Katastrophe des babylonischen Exils ereignet hat. Der Chronist zieht zwar eine vernichtende Bilanz, wenn er schreibt, das das ganze Volk Israel, angefangen von den politisch und religiös Verantwortlichen bis hin zum einfachen Mann und der einfachen Frau auf der Straße versagt hat. Der tiefere Grund dafür liegt darin, dass sich die Menschen nicht am Wort Gottes, an den Weisungen Gottes orientiert und nicht auf die mahnenden Worte der Propheten gehört haben. Das Unheil, das über das Volk hereingebrochen ist, ist daher nicht einfach Schicksal, sondern eine Folge des je eigenen Verhaltens.

Im Buch der Chronik wird eine Logik deutlich, die von großer Wichtigkeit ist: Hören auf Gott führt zu Wohlergehen, das Nicht-Hören auf ihn hat dagegen katastrophale Folgen. So etwas leuchtet vielen Menschen heute nicht mehr ein, weil dieser Zusammenhang im Alltag nicht immer (gleich) offensichtlich ist. Das hängt einerseits mit unserm vorrangig an materiellen Werten orientierten Lebensstil in unserer schnelllebigen Zeit zusammen, der uns keine Zeit zum Nachdenken lässt. Und andererseits rauben uns die Verführungskünste von Werbung, Fernsehen, Internet, Smartphone u.a.m. die Zeit für das Miteinander, statt dass sie es uns ermöglichen, um z. B, ein Familienleben nach christlichen Wertmaßstäben zu führen und zu gestalten: Zeit für das Familiengebet oder den gemeinsamen Besuch des Sonntagsgottesdienstes u.a.m. Der Text bietet uns Anregungen für eine Überprüfung, ob nicht das Hören auf das, was Gott will, unser Leben erträglicher und menschlicher wird.

Wenn wir in der Fastenzeit und auch sonst den Weg der Umkehr gehen wollen/sollen, zu dem uns Jesus aufruft, und wenn er uns beten lehrt: Vater, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden, dann muss sich doch jeder/jede wie Paulus anlässlich seiner Bekehrung immer wieder die Frage stellen: Herr, was willst Du, das ich tun soll? Denn wer sich diese Frage nicht stellt und versucht danach zu handeln, versagt heute genauso vor Gott, das alttestamentliche Gottesvolk. Wir Christen, das neutestamentliche Gottesvolk, sind nicht besser. Das zeigt die Chronik der 2000jährigen Geschichte der Kirche. Sie ist voll von Taten des Unrechts, die im Namen des Evangeliums geschehen sind und die vom vielfachen Versagen der Kirche zeugen. Offizielle Schuldbekenntnisse wie sie etwa die Propheten für Israel ablegen, gibt es durch die Kirche erst in jüngster Zeit etwa im Zusammenhang des Gedenkens an 500 Jahre Reformation.

Aber auch für uns heute gilt: Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt. Dazu müssen wir aber wie das Volk Israel bereit sein, aus den gemachten Fehlern zu lernen. Und hier liegt die Parallele zur österlichen Bußzeit. Es geht in dieser Zeit nicht um traurige Gesichter, sondern darum umzukehren und neu anzufangen. Fehler gehören zum Menschsein dazu. Viel wichtiger ist es angesichts des Versagens in der Vergangenheit nicht die Hände in den Schoß zu legen. Die Bibel sagt uns: Umkehr ist möglich, vor allem im Blick auf Gottes Erbarmen. Er hat kein Interesse an unserem Unglück.

 

Die Liebe bringt Licht ins Dunkel unseres Lebens

Die jüdische Bibel endet zwar mit den Büchern der Chronik, aber die darin ausgesprochene Verheißung geht weiter. Das lesen wir heut im Johannesevangelium: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit di Welt durch ihn gerettet wird (Joh 3,14f).

Gott liebt diese Welt, die er aus Liebe geschaffen hat, und er will sie retten. Gott ist die Liebe, und sie hat ein Gesicht und einen Namen: Jesus Christus. Seine Liebe zeigt sich darin, dass er ein armer und schwacher Mensch geworden ist. Seine Liebe beschämt uns, weil wir erkennen, wie klein unsere Liebe ist im Vergleich mit seiner Liebe. Seine Liebe ermutigt uns aber auch , das Potenzial der Liebesfähigkeit, die in uns steckt, ganz abzurufen. Zwar bleibt der Unterschied zwischen seiner Liebe, die uns Jesus vorlebt, und unserer Liebe immer gewaltig, aber sie ermutigt uns , die Grenzen unseres Ichs zu überschreiten und das Fühlen und Handeln unseres Lebens zu bestimmen. Es gibt nur einen Fortschritt, schreibt der Dichter und Schriftstellen Christian Morgenstern, nämlich den in der Liebe, denn er bringt uns Gott und einander näher. Und das allein zählt.

 

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Zeitungsbeitrag für den 30.04.2016 Aichacher Zeitung

Der Tanz in den Mai ist pure Lebensfreude. Um den Maibaum versammelt sich die Ortsgemeinschaft, um die Gemeinschaft der Vereine und der Bürger zu demonstrieren. Zusammen geht vieles leichter. Gemeinsam schafft man, was allein nie möglich wäre. In der Ortsgemeinschaft gibt es Alteingesesse-ne und Neubürger, Junge und Alte, Engagierte und weniger Engagierte, Arme und Reiche, dicke und dünne Menschen verschiedener Haut und Haarfarbe, die individuell unterschiedlich sind. So viele Menschen, die einen Lebensort haben möchten, wo sie so sein dürfen, wie sie eben sind. Unsere Orte sollen ja Lebensmittelpunkt für dich und mich sein, wo wir friedlich und fröhlich glücklich sein können. Die Beziehungen zu anderen sind so vielfältig, wie es eben Menschen gibt, und wo viele Menschen leben, bleibt es nicht aus, dass einer dem anderen fremd ist und Misstrauen gegenüber anderen, ja Ängste entstehen können. Das gilt nicht nur in Bezug auf Menschen mit fremdländischem Aussehen, sondern für jeden, den man noch nicht kennengelernt hat und der uns deshalb fremd ist. Es ist eine bleibende Aufgabe, diese Ängste und Vorurteile zu überwinden und im Fremden den Menschen zu sehen, den man vielleicht sogar, wenn man ihn erst kennengelernt hat, sehr sympathisch finden kann. Andererseits kann es durchaus sein, dass man jemanden nicht mag und ihm lieber aus dem Weg geht. Doch auch dann sollte man ihm respektvoll begegnen. 
Mit den Grundregeln menschlichen Zu-sammenlebens sollte es gelingen, in gutem Miteinander zusammen zu leben: 
„Was Du nicht willst, dass man dir tu, 
das füg auch keinem andern zu!“
„Alles, was Du von anderen erwartest, 
das tu auch ihnen!“
Zu diesen Grundregeln gehört auch der christliche Gedanke allgemeiner Menschen-liebe durch das Gebot der Nächstenliebe. Fraglos gilt dies auch gegenüber Menschen anderer Religion und Kultur. Vielleicht ist die Angst vor Menschen mit anderem Glau-ben ein Zeichen dafür, dass vielen von uns Gott und die eigene Religion fremd gewor-den sind. Gott ist für alle da und wir sollten uns freuen, dass ein anderer seinen Glauben ernst nimmt. In einem regen Austausch gilt es, wertschätzend Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Religionen, vor allem im Bereich des menschlichen Miteinanders zu entdecken. Ohne Überheblichkeit können wir in dankbarer Freude als Christen zu unserem Glauben fest stehen. Er ist in unserer sehr säkularen Welt und auch anderen Religionen gegenüber ein wertvolles Gegengewicht gegen Hass, Angst und Gewalt. Der Schatz des Evangeliums, den Gott uns anbietet, hat eine große integrative Kraft der Liebe, des Friedens und der Toleranz. „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht“, ermutigt uns Jesus Christus im Sonntagsevangelium dieser Woche. 
Durch Papst Franziskus hat die Kirche, mit der von ihm eingeforderten Barmherzigkeit, eine neue integrative Leitlinie gefunden, die zukunftsfähig und zukunftsweisend ist und dies nicht nur für die Christen, sondern für unsere ganze Gesellschaft. 
Keiner behauptet, dass dies einfach wäre. 
Der Papst schreibt in `Amoris Lätitia´: „Das Evangelium selbst verlangt von uns, weder zu richten, noch zu verurteilen. Jesus hofft, dass wir darauf verzichten, … gegenüber dem Kern menschlichen Leids auf Distanz zu bleiben, damit wir dann akzeptieren, mit dem konkreten Leben der anderen in Berührung zu kommen und die Kraft der Zartheit kennen lernen. Wenn wir das tun, wird das Leben wunderbar komplex.“ (AL 308) 
Seit jeher hat man versucht, gerade mit Volksfesten und öffentlichen Feiern, die Gemeinschaft vor Ort zu stärken, Fremdheit zu überwinden, Begegnung und Gespräche zu ermöglichen, Freundschaft und den Frieden zu fördern. Der Blick auf die Gottesmutter Maria und den heiligen Josef am 1. Mai möge den familiären Charakter der Maifeiern unterstreichen, dass die Kirche in der großen Menschheitsfamilie eine gesegnete Familie von Familien ist. Lasst uns mit den Maifeiern nicht nur das Aufblühen der Natur feiern, sondern auch den Aufbruch und das Wachstum zu einer neuen Kultur der Freundschaft, der Begegnung und des Friedens mit allen Menschen. Viel Freude daran und Gottes Segen wünscht 
Eberhard Weigel

 

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