Zeitungsbeitrag für den 30.04.2016 Aichacher Zeitung

Der Tanz in den Mai ist pure Lebensfreude. Um den Maibaum versammelt sich die Ortsgemeinschaft, um die Gemeinschaft der Vereine und der Bürger zu demonstrieren. Zusammen geht vieles leichter. Gemeinsam schafft man, was allein nie möglich wäre. In der Ortsgemeinschaft gibt es Alteingesesse-ne und Neubürger, Junge und Alte, Engagierte und weniger Engagierte, Arme und Reiche, dicke und dünne Menschen verschiedener Haut und Haarfarbe, die individuell unterschiedlich sind. So viele Menschen, die einen Lebensort haben möchten, wo sie so sein dürfen, wie sie eben sind. Unsere Orte sollen ja Lebensmittelpunkt für dich und mich sein, wo wir friedlich und fröhlich glücklich sein können. Die Beziehungen zu anderen sind so vielfältig, wie es eben Menschen gibt, und wo viele Menschen leben, bleibt es nicht aus, dass einer dem anderen fremd ist und Misstrauen gegenüber anderen, ja Ängste entstehen können. Das gilt nicht nur in Bezug auf Menschen mit fremdländischem Aussehen, sondern für jeden, den man noch nicht kennengelernt hat und der uns deshalb fremd ist. Es ist eine bleibende Aufgabe, diese Ängste und Vorurteile zu überwinden und im Fremden den Menschen zu sehen, den man vielleicht sogar, wenn man ihn erst kennengelernt hat, sehr sympathisch finden kann. Andererseits kann es durchaus sein, dass man jemanden nicht mag und ihm lieber aus dem Weg geht. Doch auch dann sollte man ihm respektvoll begegnen. 
Mit den Grundregeln menschlichen Zu-sammenlebens sollte es gelingen, in gutem Miteinander zusammen zu leben: 
„Was Du nicht willst, dass man dir tu, 
das füg auch keinem andern zu!“
„Alles, was Du von anderen erwartest, 
das tu auch ihnen!“
Zu diesen Grundregeln gehört auch der christliche Gedanke allgemeiner Menschen-liebe durch das Gebot der Nächstenliebe. Fraglos gilt dies auch gegenüber Menschen anderer Religion und Kultur. Vielleicht ist die Angst vor Menschen mit anderem Glau-ben ein Zeichen dafür, dass vielen von uns Gott und die eigene Religion fremd gewor-den sind. Gott ist für alle da und wir sollten uns freuen, dass ein anderer seinen Glauben ernst nimmt. In einem regen Austausch gilt es, wertschätzend Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Religionen, vor allem im Bereich des menschlichen Miteinanders zu entdecken. Ohne Überheblichkeit können wir in dankbarer Freude als Christen zu unserem Glauben fest stehen. Er ist in unserer sehr säkularen Welt und auch anderen Religionen gegenüber ein wertvolles Gegengewicht gegen Hass, Angst und Gewalt. Der Schatz des Evangeliums, den Gott uns anbietet, hat eine große integrative Kraft der Liebe, des Friedens und der Toleranz. „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht“, ermutigt uns Jesus Christus im Sonntagsevangelium dieser Woche. 
Durch Papst Franziskus hat die Kirche, mit der von ihm eingeforderten Barmherzigkeit, eine neue integrative Leitlinie gefunden, die zukunftsfähig und zukunftsweisend ist und dies nicht nur für die Christen, sondern für unsere ganze Gesellschaft. 
Keiner behauptet, dass dies einfach wäre. 
Der Papst schreibt in `Amoris Lätitia´: „Das Evangelium selbst verlangt von uns, weder zu richten, noch zu verurteilen. Jesus hofft, dass wir darauf verzichten, … gegenüber dem Kern menschlichen Leids auf Distanz zu bleiben, damit wir dann akzeptieren, mit dem konkreten Leben der anderen in Berührung zu kommen und die Kraft der Zartheit kennen lernen. Wenn wir das tun, wird das Leben wunderbar komplex.“ (AL 308) 
Seit jeher hat man versucht, gerade mit Volksfesten und öffentlichen Feiern, die Gemeinschaft vor Ort zu stärken, Fremdheit zu überwinden, Begegnung und Gespräche zu ermöglichen, Freundschaft und den Frieden zu fördern. Der Blick auf die Gottesmutter Maria und den heiligen Josef am 1. Mai möge den familiären Charakter der Maifeiern unterstreichen, dass die Kirche in der großen Menschheitsfamilie eine gesegnete Familie von Familien ist. Lasst uns mit den Maifeiern nicht nur das Aufblühen der Natur feiern, sondern auch den Aufbruch und das Wachstum zu einer neuen Kultur der Freundschaft, der Begegnung und des Friedens mit allen Menschen. Viel Freude daran und Gottes Segen wünscht 
Eberhard Weigel

 

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