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Christus Anfang und Ende
Er ist das Licht am Ende des Tunnels,
Orientierung und Halt in sorgenvoller Zeit.

Wartezeiten nützen -

Beitrag des Pfarrers E.Weigel in der Aichacher Zeitung Nov. 2010

Am Vorabend des Advent ruft uns Christus zu: „Seid wachsam! Ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Haltet euch bereit! Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“ Der in den Worten Jesu anklingende Weltuntergang ist im Sinne der Bibel weniger ein globales Furcht erregendes Ereignis, als vielmehr der unausweichliche persönliche Tod, dem wir uns stellen müssen. Dabei geht es nicht um Angstmacherei, sondern um den Ruf zu einem klugen, verantwortlichen Leben und Handeln. Schon die alten Römer sagten: „Quidquid agis prudenter agas et respice finem.“ „Was auch immer du tust, tu es klug und bedenke das Ende.“ Daher schauen wir im Blick auf das nahende Weihnachtsfest, also dem Anfang des Heils durch die Geburt Christi, auch auf das Ende des Lebens und dass wir auch dort das Heil erwarten, das uns Gott schenken will. Die Mahnung Christi, wachsam zu bleiben, heißt also, seine Zeit in das Heil Gottes zu stellen und allzeit so zu leben, als wäre der heutige Tag der letzte meines Lebens. Jetzt ist die Zeit und die Stunde, die wir als Geschenk Gottes dankbar gestalten dürfen.

Um das Leben bewusst in der Gegenwart Gottes zu leben, hilft es, den Alltag ins Gebet zu nehmen. Dafür braucht es keine langen Gebete. Der Psalmist betet: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Psalm 121) Beten heißt in erster Linie, seinen Blick zu Gott zu erheben. Formulierte Gebete wie das „Vater Unser“ helfen uns, wenn wir selber keine Worte mehr finden. Dieses Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, ist an sich ein recht kurzes Gebet – und wem dieses noch zu lang erscheint, der kann sein Gebet in eigene kurze Worte oder Gedanken fassen, oder sich einfach still vor ein Kreuz oder in eine Kapelle setzen. In Gottes liebender Gegenwart können wir uns dann die heilige Gottesmutter Maria zum Vorbild nehmen, von der es heißt, dass sie die wesentlichen Momente der Gegenwart Gottes in ihrem Leben in ihrem Herzen bewahrte. So können auch wir, sogar schon im Vorbeifahren an einem Feldkreuz, uns in unseren Herzen der Gegenwart Gottes und seines Segens bewusst werden und dies voll Dankbarkeit im Herzen bewahren.

Gönnen wir uns in diesem Advent ein wenig Zeit für Gott! Keine Angst! Wir haben dafür genügend Zeit! Wir brauchen nur jene Zeiten zu nützen, die ansonsten nutzlos verstreichen: Wie wärs, wenn wir beim Autofahren das Radio ausschalten und die Stille für das Gebet nützen, beim Fitnesstraining die Zeiten zwischen den Übungen, beim Kochen die Zeit, bis die Nudeln gar sind, beim Telefonieren, wenn wir wieder mal in ´ner Warteschleife hängen, im Wartezimmer des Arztes, wenn es mal wieder länger dauert ...

Das Leben besteht so oft aus Warten. Im Advent erwarten wir Gott, der mit dem stillen Licht seiner Gegenwart im ruhigen warmen Schein der ersten Kerzenflamme des Advents auch in unseren Alltag kommen möchte. Solche adventliche Momente lassen uns aufatmen und zur inneren Ruhe finden. Die Kraft des Gebets lässt uns mutig und selbstbewusst die nötigen Schritte im Alltag tun und nimmt die Hektik aus der vorweihnachtlichen Geschäftigkeit. Wenn wir unseren Alltag ins Gebet nehmen, beziehungsweise gelernt haben, im Alltag zu beten, führt dies uns zu dem Bewusstsein, dass Gott alle Wege mitgeht und unserem Schritt Klarheit, Sicherheit und Kraft schenkt. Wer gelernt hat zu beten, dem ist es im Leben niemals langweilig, denn er weiß stets Gott an seiner Seite, dem er seinen Frust und seine Traurigkeit klagen kann, dem er bittend seine Ängste, Nöte und Zweifel anvertrauen kann, dem er danken kann, für alles, was gelungen ist und sein Leben mit Freude erfüllt in dem stillen Gedanken: „Gelobt sei Jesus Christus, in Ewigkeit. Amen.“

 

 

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